Die Jury des Smart Hero Award 2015

30
APR
2015

Portrait:Joana Breidenbach
Joana Breidenbach

Joana Breidenbach ist promovierte Kulturanthropologin und Autorin zahlreicher Bücher zu den kulturellen Folgen der Globalisierung (Etwa: Tanz der Kulturen, 2000; Maxikulti, 2008; Seeing Culture Everywhere, 2009).
Joana Breidenbach
ist Mitgründerin von betterplace.org und leitet das betterplace lab.

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Was beeindruckt Sie an den sozialen Medien? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Die Vielfalt an Informationen, die mich erreichen und die Möglichkeit mit unendlich vielen Menschen direkt in Kontakt zu treten.

Warum ist Ihrer Meinung nach zivilgesellschaftliches Engagement und politische Partizipation wichtig?

Wollen Sie unsere Zukunft ernsthaft unseren Politikern und Konzernchefs überlassen?

Welches Thema/Projekt beschäftigt Sie momentan am meisten?

Wie können wir die Prinzipien der digitalen Welt: Partizipation, Collaboration und Offenheit in unsere Offline Arbeitswelt übertragen?

Wie sind Sie zu ihrem heutigen Beruf gekommen?

Das steht hier: joanabreidenbach.de


Portrait:Dr. Fritz Felgentreu
Dr. Fritz Felgentreu © SPD Parteivorstand Susie Knoll/Florian Jaenicke

Dr. Fritz Felgentreu sitzt seit 2013 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Berlin-Neukölln im Deutschen Bundestag und ist dort sowohl Mitglied im Ausschuss für Familien, Senioren, Frauen und Jugend als auch im Verteidigungsausschuss. Der habilitierte Altphilologe und stellvertretende Landesvorsitzende der Berliner SPD war von 2001 bis 2011 bereits Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. In der Zwischenzeit arbeitete Dr. Fritz Felgentreu zudem als Lehrer an einem Berliner Gymnasium und als Gastprofessor an der Freien Universität Berlin.

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Was war als Kind ihr Traumberuf?

Ich wollte unbedingt Archäologe werden.

Was beeindruckt sie an den sozialen Medien? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass soziale Medien eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation ermöglichen, die so vorher nicht denkbar war.

Welches Thema/Projekt beschäftigt Sie momentan am meisten?

Derzeit beschäftigt mich vor allem der Ukraine-Konflikt. Aber auch die zunehmenden Spannungen mit Russland sind für mich ein brisantes Thema.

Gibt es ein Zitat, das Sie bei Ihrer Arbeit begleitet?

Es gibt einen Spruch von Seneca, den ich sehr treffend finde: „Ducunt volentem fata, nolentem trahunt.“ (Übersetzung: Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es dahin.)


Portrait: Franz-Reinhard Habbel
Franz-Reinhard Habbel

Franz-Reinhard Habbel ist Sprecher und Beigeordneter für politische Grundsatzfragen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) in Berlin und zugleich Leiter des DStGB-Innovators Club, eines Think-Tanks für Kommunen in Deutschland.

Er ist Mitglied des IT-Planungsrates und des Münchner Kreises, Vorstandsmitglied der European Society for eGovernment e.V. und Mitbegründer des Quadriga-Netzwerkes in Berlin. Seit 2009 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Osnabrück, Fachbereich Sozialwissenschaft. In seiner Eigenschaft als eGovernment-Experte befasst er sich in Vorträgen im In- und Ausland mit Fragen der Globalisierung, des Internets sowie der Modernisierung von Politik und Verwaltung. Er ist Herausgeber diverser Veröffentlichungen rund um IKT, Medien, Web 2.0, e-Democracy, Open-Government und Verwaltungsmodernisierung. Im Habbel-Blog habbel.de schreibt er regelmäßig Kolumnen rund um das Thema Modernisierung.

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Was beeindruckt Sie an den sozialen Medien? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Soziale Medien fördern den Dialog der Menschen. Wie so oft im Leben, gibt es aber auch Nebeneffekte, wie z.B. Indoktrinationen, die nicht förderlich sind. Es liegt an uns, wertschätzend und respektvoll zu kommunizieren. Soziale Netzwerke geben uns die Möglichkeit, Neues kennenzulernen, den eigenen Horizont zu erweitern und Welt und Mensch kennenzulernen und das über alle Grenzen hinweg. Meine Erfahrungen mit sozialen Netzwerken sind sehr positiv. Interessante Informationen erreichen mich sehr schnell. So ist z.B. Twitter ein tägliches Muss, meine Arbeit anzugehen.

Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie in sozialen Medien?

Dringend notwendig ist Medienkompetenz. Wie gehen wir mit den sozialen Medien um? Welche Relevanz haben Sie für mich im Vergleich zu anderen Medien? Wie kann ich Nachrichten überprüfen und diese einordnen? Das sind Fragen, denen wir bereits im Elternhaus, in der Schule und darüber hinaus nachgehen müssen. Soziale Medien sind ein wichtiger Baustein für mehr Transparenz, Offenheit und Partizipation in der Gesellschaft.

Warum ist Ihrer Meinung nach zivilgesellschaftliches Engagement und politische Partizipation wichtig?

Zu den zentralen Trends der Zeit zahlt eine Verschiebung der Balance zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hin zur Zivilgesellschaft. Menschen wollen mitmachen und mit entscheiden. Wenn wir den Weg vom Vater Staat zum Bürgerstaat beschreiten wollen müssen wir erkennen, dass Politik und Verwaltung nicht die alleinigen Bestimmer sind und sagen wo es langgeht. Sie sind Teil eines Akteuersnetzwerkes, wenn auch ein wichtiger Knoten.

Welches Thema/Projekt beschäftigt Sie momentan am meisten?

Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie sieht die Stadt von Morgen angesichts zunehmender Globalisierung und Digitalisierung aus? Was ist mit einer smarten Stadt gemeint? Wie können wir die Digitalisierung auch für soziale Innovationen nutzen und damit die Lebensqualität verbessern? Es sind wichtige Fragen, die wir auf allen Ebenen angehen müssen. Wir müssen verhindern, dass sich die Lebenswelt der Menschen und die politische Systemwelt auseinander driften. Politik muss sich deshalb noch intensiver mit den Realitäten befassen.


Portrait: Thomas Jarzombek
Thomas Jarzombek © Tobias Koch

Thomas Jarzombek studierte Wirtschaftswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität und hat sich 1996 mit einem IT-Dienstleistungsunternehmen selbstständig gemacht. 1989 ist er der Jungen Union beigetreten und engagierte sich unter anderem sechs Jahre als Kreisvorsitzender in Düsseldorf und sechs Jahre als stellvertretender Landesvorsitzender. 1994 wurde Thomas Jarzombek in die Bezirksvertretung 7 gewählt, 1999 in den Stadtrat und 2005 in den Landtag. Bei den Bundestagswahlen 2009 und 2013 wurde er direkt in den Deutschen Bundestag gewählt. Seit Januar 2014 ist Thomas Jarzombek Kreisvorsitzender der CDU Düsseldorf und Vorsitzender der CDU/CSU-Abgeordneten im Ausschuss für Digitale Agenda im Bundestag.

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Was war als Kind ihr Traumberuf?

Ich wollte Dinge bauen, aufbauen.

Was beeindruckt Sie an den sozialen Medien? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Mehr von Freunden und Bekannten zu erfahren und sich näher zu sein.

Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie in sozialen Medien?

Eine große Chance sind die Möglichkeiten des Netzwerkens. Diese viel häufigeren Kontakte wollen aber auch alle bedient werden, dass ist zuweilen eine große Herausforderung, gerade für die Work-Life-Balance.

Warum ist Ihrer Meinung nach zivilgesellschaftliches Engagement und politische Partizipation wichtig?

Eine Demokratie funktioniert nur, wenn sie von der Bevölkerung verstanden und akzeptiert wird. Deshalb muss sich Demokratie immer wieder neu erfinden und gesellschaftliche Entwicklungen aufnehmen. Nicht nur bei politischen Entscheidungen, sondern auch in der Kommunikation mit den Bürgern.

Welches Thema/Projekt beschäftigt Sie momentan am meisten?

1. Wie können wir das sehr kritische deutsche Klima in Sachen Datenverarbeitung positiver gestalten, um die wirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen Chancen von open data und big data nicht zu verpassen.

2. An den Rahmenbedingungen zu arbeiten, dass das nächste Google aus Europa kommen kann.

Wie sind Sie zu ihrem heutigen Beruf gekommen?

Ich habe kandidiert und bin gewählt worden!

Gibt es ein Zitat, das Sie bei Ihrer Arbeit begleitet?

„Wenn zwei Menschen immer einer Meinung sind, taugen beide nichts.“ (Konrad Adenauer)

Was treibt Sie bei Ihrer täglichen Arbeit an? Was motiviert Sie?

Der Wille Dinge zu gestalten und Deutschland als digitales Land voran zu bringen.

Welches Erlebnis in ihrem Arbeitsleben hat Sie am stärksten beeindruckt?

Immer wieder das tolle Gefühl, wenn man mit guten Argumenten andere wirklich überzeugt hat für die richtige Sache.


Portrait:Dr. Ansgar Klein
Dr. Ansgar Klein

PD Dr. Ansgar Klein ist seit August 2002 Geschäftsführer des „Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement“. Er studierte Soziologie auf Diplom an der Universität Frankfurt. Dem folgte eine Promotion in Politikwissenschaft an der FU Berlin und die Habilitation in Politikwissenschaften an der Universität Bremen. Er ist Privatdozent für Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und Fellow des Maecenata-Instituts. Unter anderem ist Dr. Ansgar Klein Mitherausgeber der Buchreihe „Bürgergesellschaft und Demokratie“ sowie geschäftsführender Herausgeber der Schriftenreihe des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement „Engagement und Partizipation in Theorie und Praxis“. Von 2000 bis 2002 war er wissenschaftlicher Koordinator der SPD-Bundestagsfraktion für die Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“.


Portrait: Dr. Susanne Lang
Dr. Susanne Lang

Dr. Susanne Lang, Politikwissenschaftlerin (Diplom) und Doktorin der Philosophie, leitet das CCCD (Centrum für Corporate Citizenship Deutschland) seit seiner Gründung im Jahr 2005 und arbeitet im In- und Ausland als Beraterin, Trainerin und Publizistin. Ihre Themen: strategisches Corporate Citizenship, Partnerschaften zwischen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen, Corporate Volunteering. Neben der Rolle und Verantwortung von Unternehmen in der Bürgergesellschaft gehören zu ihren Schwerpunkten außerdem die Förderung von Zivilgesellschaft, bürgerschaftlichem Engagement, Demokratie und Beteiligung.

Bevor sie sich selbstständig machte und zur gemeinnützigen Unternehmerin wurde, arbeitete sie im öffentlichen Dienst, u.a. als Sozialreferentin in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, sowie für die Friedrich-Ebert-Stiftung, der sie auch heute noch eng verbunden ist: als Mitbegründerin des Arbeitskreises „Bürgergesellschaft und Aktivierender Staat“ sowie als freiberufliche Politikberaterin im Ausland.


Portrait: Özcan Mutlu
Özcan Mutlu © Rainer Christian Kurzeder

Özcan Mutlu ist seit 2013 als Direktkandidat für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. 1993 schloss er sein Studium zum Ingenieur der Nachrichtentechnik an der TFH-Berlin mit einem Diplom ab. In Berlin war er seit Oktober 1999 Mitglied des Abgeordnetenhauses und bildungspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Darüber hinaus war er Mitglied des Ausschusses für Bildung, Jugend und Familie sowie Mitglied des Ausschusses für Europa- und Bundesangelegenheiten, Berlin-Brandenburg und Medien.


Portrait: Lena-Sophie Müller
Lena-Sophie Müller © CC BY 4.0, A. Bedoy

Lena-Sophie Müller ist seit 2014 Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins Initiative D21 e.V. In dieser Position ist es ihr Anliegen, die gesellschaftlichen Implikationen der Digitalisierung in Deutschland aufzuzeigen und positiv mitzugestalten.

Zuvor arbeitete sie seit 2008 als Wissenschaftlerin am Fraunhofer-Institut FOKUS in Berlin und hat dort zahlreiche Verwaltungsmodernisierungs- und E-Government-Projekte mit der Industrie und der öffentlichen Verwaltung auf EU-, Bundes-, Landes- und Kommunalebene geleitet. Ab 2010 verantwortete sie dort auch das Zentrum für Interoperabilität. Frau Müller studierte Politikwissenschaft in Sydney (Australien) und Potsdam.

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Was war als Kind ihr Traumberuf?

Einen Traumberuf hatte ich nie. Ich wollte nur schon immer etwas tun, an dem ich jeden Tag von neuem Freude habe und das aus meiner Sicht einen Sinn hat.

Was beeindruckt Sie an den sozialen Medien? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Sozialen Medien unterliegen anderen Logiken des Miteinanders: Wie der Name „Soziales Netzwerk“ sagt, geht es um ein Netzwerk und nicht um Hierarchie. Im Netz gibt es viele natürliche „Zugangsbeschränkungen“ nicht. Das heißt, wir kommen potentiell im Internet mit ganz anderen gesellschaftlichen Gruppen in Kontakt, die wir anders vielleicht nicht kennengelernt hätten, weil wir uns vielleicht nicht in Jugendclubs, Literaturcafés oder Rockerkneipen aufhalten. Oder weil diese Gruppen oder Personen schlicht in einer anderen Stadt oder einem anderen Land leben. In sozialen Medien begegnen wir daher häufig Menschen, die wir sonst nicht getroffen hätten. Das kann zu Konflikten führen oder auch nerven, kann aber auch zu tollen neuen Kontakten und guten neuen Perspektiven führen und daher sehr bereichernd sein.

Welches Thema/Projekt beschäftigt Sie momentan am meisten?

Es interessiert mich sehr, wie unsere Gesellschaft mit dem digitalen Wandel umgeht. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Werden wir ein breites gesellschaftliches Datenbewusstsein entwickeln? Wie werden wir damit umgehen, dass sich Arbeit und Privates durch die digitale Kommunikation zunehmend entgrenzen? Werden wir hier passende moderne Arbeitsmodelle entwickeln?

Wie sind Sie zu ihrem heutigen Beruf gekommen?

Letztlich über Kontakt und mein Netzwerk und ein ausgeprägtes Interesse an digitalen Themen. Als die Geschäftsführung der Initiative D21 gesucht wurde, kannte Jemand Jemanden, der mich kannte und der meinte, ich sei recht gut geeignet. Und so kam es zum initialen Kontakt.


Portrait: Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg
Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg


Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg ist DRK-Vizepräsidentin und Mitglied im Beirat der Stiftung Digitale Chancen. Nach ihrer sozialpädagogischen Ausbildung arbeitete sie in verschiedenen Einrichtungen zur Betreuung von Jugendlichen. Neben ihren vielen Stationen war sie von 2010 bis 2013 Teilnehmerin am Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ für die BAGFW und von 2011 bis 2014 Mitglied im Beirat der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration.

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Was war als Kind ihr Traumberuf?

Ich wollte Schmied werden, damit ich mir mein Sonntagskleid dreckig machen kann.

Was beeindruckt Sie an den sozialen Medien? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

In meiner Tätigkeit sind eine Informationsbreite und Wissensvernetzung, ebenso die Schnelligkeit, zu völlig neuen Horizonten zu gelangen, sehr wichtig. Wir haben im DRK in Deutschland 19 Landesverbände, wir müssen in sozialen sowie politischen Fragen an einem Strang ziehen. Ebenso sind wir als DRK in 60 Ländern tätig und haben 189 Schwesterorganisationen, da ist eine Vernetzung, ein Hilfesystem unumgänglich.

Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie in sozialen Medien?

Die Entwicklung wird rasant weitergehen, Einseitigkeit und im schlimmsten Fall Abhängigkeit, besonders bei Jugendlichen - Vereinsamung sind die Gefahren. Also sind neben der positiven Vernetzung auch die Gefahren nicht aus dem Auge zu verlieren. Wir könnten als DRK unser vernetztes Hilfeleistungssystem niemals ohne App und Digitalisierung zu den Menschen bringen, die Hilfe benötigen: Eingabe der Postleitzahl - und schon kann man alle Beratungszentren, Einrichtungen und die Dienste, die wir anbieten, sehen. Ebenso könnte niemals die Vernetzung mit unseren 189 Schwestergesellschaften - Rotes Kreuz, Roter Halbmond, Magen David Adom -, z.B. bei Naturkatastrophen, wo schnelle Hilfe angesagt ist, stattfinden.

Warum ist Ihrer Meinung nach zivilgesellschaftliches Engagement und politische Partizipation wichtig?

Ohne zivilgesellschaftliches Engagement und politische Partizipation kann eine offene demokratische Gesellschaft nicht funktionieren.

Welches Thema/Projekt beschäftigt Sie momentan am meisten?

Flüchtlinge, Migration, Asyl. Entwicklungshilfe in den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen, zu leisten, gleichzeitig Ratgeber und Begleiter auf dem schwierigen Weg in eine Zukunft für diejenigen, die auf lebensgefährlichen Wegen nach Deutschland gekommen sind, zu sein, (Unterbringung, Bildung, Gesundheitsversorgung) und sich für eine gesamt-europäische Lösung einzusetzen. Ebenso das Thema Inklusion, Teilhabe in der Gesellschaft für jeden Menschen und der demographische Wandel, in Würde alt werden. Satt und sauber ist zu wenig.

Wie sind Sie zu ihrem heutigen Beruf gekommen?

Im Alter von 16 Jahren habe ich mich um Strafgefangene gekümmert, später mit Jugendlichen gearbeitet und bin seit 35 Jahren durch Engagement und Leidenschaft für die Sache beim DRK ehrenamtlich tätig.

Gibt es ein Zitat, das Sie bei Ihrer Arbeit begleitet?

"Frisch gewagt ist halb gewonnen."

Was treibt Sie bei Ihrer täglichen Arbeit an? Was motiviert Sie?

Mich treibt die Tatsache an, dass ich etwas bewegen, bewirken kann.

Welches Erlebnis in ihrem Arbeitsleben hat Sie am stärksten beeindruckt?

Mich beeindruckt die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen. Beim DRK sind es nahezu 400.000, die nie genannt werden. Die 150 Menschen, die nach der Elbeflut Wochen in einer Turnhalle zusammen lebten, und das Engagement vieler Bürger, die sich dort hilfeleistend einbrachten, das war unglaublich. Dazu gehörte Strom-Wasserversorgung legen, Menschen mit Behinderungen, die kochten, grillten, der örtliche Metzger, Kaspertheater für die Kinder

Ich habe eine sozialpädagogische Ausbildung, mit 20 Jahren geheiratet, 3 Kinder, 9 Enkel. Ich liebe das Landleben mit den Enkeln, war immer sozial engagiert - geprägt durch mein Elternhaus - besonders dann, wenn man die Lebensbedingungen in anderen Ländern erlebt, z.B. Bangladesch z.B., weiß man, was man tun muss. Nämlich vor Ort und hier dafür kämpfen, dass sich die Lebensbedingungen dieser Menschen verbessern.
Ich gehöre zu den Menschen, die von der Gesellschaft nicht nur nehmen, sondern auch etwas zurückgeben möchten. Auch wenn meine Tätigkeit manchmal sehr beanspruchend ist, bereitet mir die Tatsache mitgestalten und mithelfen zu können viel Freude. Da entwickelt sich ein innerer Motor und ich muss loslegen.


Portrait:Günther Voß
Günther Voß

Günter Voß, 65 Jahre alt, ist Koordinator im SeniorenComputerClub Berlin-Mitte seit 1. Juli 2010, als einer der 39 digitalen Köpfe durch die Gesellschaft für Informatik als „Der Brückenbauer“ ausgewählt. Zurzeit führt er seine Arbeit im SCC Berlin-Mitte im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes fort.

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Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie in sozialen Medien?

Wichtig ist, dass man kritisch mit den Möglichkeiten der Medien umgehen lernt. Nicht umsonst liest und hört man inzwischen auch von „asozialen“ Medien. An dieser Stelle möchte ich Sascha Lobo aus einem Vortrag auf der re:publica 2014 zitieren: “Vor Snowden war alles irgendwie lustiger.“

Warum ist Ihrer Meinung nach zivilgesellschaftliches Engagement und politische Partizipation wichtig?

Erfolgreiche Kooperationen und Vernetzungen, bürgerschaftliches Engagement, ist solides Fundament für das Funktionieren der Zivilgesellschaft und somit unerlässlich.

Welches Thema/Projekt beschäftigt Sie momentan am meisten?

Die Entwicklung und Stärkung von Medienkompetenz der Generation 55+, denn Medienkompetenz ist auch immer ein Stück Altersvorsorge. Dabei müssen wir aber auch die Menschen mitnehmen, die noch keinen Fuß in die digitale Welt gesetzt haben.

Was treibt Sie bei Ihrer täglichen Arbeit an? Was motiviert Sie?

Die Möglichkeit, Wissen und Erfahrungen weiter zugeben, die Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des bürgerschaftlichen Engagements, andere Mitstreiter zu gewinnen und ältere Menschen in die Welt der „Neuen Medien“ zu begleiten.


Portrait:Tabea Wilke
Tabea Wilke

Tabea Wilke ist Digital Strategist in Berlin. Sie integriert das Digitale in die Kommunikation von Politikern und Parteien und unterstützt politische Akteure in ihrer strategischen Kommunikation und im Social Campaigning. Tabea Wilke ist Lehrbeauftragte für Politische Kommunikation der Universität Hohenheim, stellvertretende Sprecherin des cnetz sowie Fördermitglied der Digital Media Women.

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Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie in sozialen Medien?

Soziale Medien bestehen aus Communities, die Menschen in Echtzeit und über Kontinente und soziale Grenzen hinweg miteinander verbinden. Besonders im politischen Diskurs ist es immer wieder beeindruckend zu sehen, welche Dynamik sie entwickeln und wie stark sie auf politische Prozesse wirken. Gleichzeitig haben soziale Medien unsere Kommunikation verändert. Wir schicken unseren Freunden mal eben ein Selfie vom Brandenburger Tor, wir kommunizieren mit Politikern in Echtzeit und auf Augenhöhe und wir schreiben Nachrichten mit Hashtags. Die Chancen der sozialen Medien sehe ich darin, komplexe Sachverhalte verständlich zu vermitteln, Menschen gezielt auf einer neuen Kommunikationsebene anzusprechen und sie unmittelbar zu beteiligen. Die Herausforderung ist es, Menschen in ihrer Medienkompetenz zu stärken, so dass sie verstehen, was mit ihren Inhalten und Daten im Social Web passiert. Da liegt noch viel Arbeit vor uns.

Warum ist Ihrer Meinung nach zivilgesellschaftliches Engagement und politische Partizipation wichtig?

Wir leben in Deutschland in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, die sich ihre Werte hart erarbeitet hat. Die Ausgestaltung dieser Werte liegt in unseren Händen. Wir brauchen politisches Engagement, damit gute Ideen, die aktuelle Fragen unserer Gesellschaft beantworten, in den politischen Diskurs einfließen können. Gleichzeitig brauchen wir eine lebendige Zivilgesellschaft und mutige Menschen, die Verantwortung für sich und die Menschen in ihrer Umgebung übernehmen. Unsere Gesellschaft kann nur dann gut funktionieren, wenn wir sie gemeinsam und füreinander gestalten.

Gibt es ein Zitat, das Sie bei Ihrer Arbeit begleitet?

„Its people, not users.'

Was treibt Sie bei Ihrer täglichen Arbeit an? Was motiviert Sie?

Digitale Kommunikation verändert sich täglich. Sie verändert sich durch neue Technologien und die Technologien verändert das Nutzungsverhalten der Menschen. Um eine erfolgreiche digitale Kommunikation entwickeln und umsetzen zu können, braucht es nicht nur das technische Know-How, um neue Technologien schnell zu verstehen sondern auch den Blick, um die Veränderungen in den Nutzungsgewohnheiten der Menschen frühzeitig zu erkennen. Ich mag diese Dynamik. Und es ist toll zu sehen, wenn Kommunikationsstrategien funktionieren und die Botschaften die richtige Zielgruppe am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt erreichen.